Viersen - Der Casino-Garten mitten in Viersen: traumhaft schöne Blumenrabatten, eindrucksvolle Kunstwerke des Bildhauers und Beuys-Schülers Anatol, einer der schönsten Spielplätze der Stadt – ein Idyll. Allerdings eines, das am Montagmittag plötzlich zum Alptraum-Ort wird. Schreckliche Bluttat an einem besonders idyllischen Platz: Im Casino-Park mitten in Viersen wurde am Montagmittag eine junge Frau erstochen.

Es ist 12.20 Uhr, als plötzlich laute und erschreckte Hilferufe ertönen: Die 15-jährige Iuliana R. aus Rumänien ist in dem Park – offenbar am Rande des Spielplatzes – zusammengebrochen, schwer verletzt durch Messerstiche.

juliana viersen trauer Klein

Opfer verstirbt im Krankenhaus

Das Opfer wird sofort in ein Krankenhaus gebracht, hat aber keine Chance mehr, stirbt den Chirurgen unter den Händen weg.

Schnell ist klar: Es gibt einen männlichen Tatverdächtigen, der mutmaßlich auf die Jugendliche eingestochen hat.

Sofort eilt eine Mordkommission an den Tatort, an ihrer Spitze der bundesweit bekannte Chefermittler Ingo Thiel. Der löst sofort die Fahndung nach dem flüchtigen Verdächtigen aus, lässt ein Polizei-Großaufgebot auffahren: Beamte durchkämmen den gesamten Park und die Umgebung, auf der Suche nicht nur nach dem Täter, sondern auch nach der Tatwaffe.

Frau steht auf und sagt: „Ich falle jetzt um“

Sie bekommen Unterstützung aus der Luft: Über dem Casino-Garten schwebt lange ein Polizeihubschrauber.

Nachdem Ingo Thiel sich am Tatort ein Bild gemacht hat, spricht er mit dem EXPRESS – und weiß von einer mehr als mysteriösen Geschichte zu berichten: „Nach ersten Erkenntnissen und Zeugenaussagen waren Täter und Opfer offenbar gemeinsam in dem Park. Dort haben sie mit anderen Personen – die aus dem Obdachlosen-Milieu zu stammen scheinen – auf einer Bank gesessen“, erzählt der Ermittlungsleiter.

„Dann soll die Frau plötzlich aufgestanden sein und gerufen haben: 'Ich falle jetzt um!' Und genau das ist dann wirklich passiert.“ Offenbar sind dem Opfer während des gemeinsamen Sitzens auf der Bank die letztendlich tödlichen Stiche beigebracht worden.

Verdächtiger freigelassen, Freund des Opfers verschwunden

Die Fahndung nach dem Tatverdächtigen und dem Messer bleiben zunächst erfolglos. Am Abend stellt sich der mutmaßliche Täter dann. Es handelt sich um einen 25-Jährigen aus der Türkei. Er ist polizeilich bekannt.

Doch noch am Abend wurde er wieder freigelassen. Der Tatverdacht habe sich nicht erhärtet, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: „Der hatte aus einem völlig anderen Grund Angst vor der Kontrolle und ist deswegen laufen gegangen.“ 

Angehörige der getöteten Jugendlichen haben Kerzen am Tatort aufgestellt.

EXPRESS erfuhr aber, dass der Freund des Opfers seit Montagnachmittag verschwunden sei. Nach ihm soll auch im benachbarten Ausland gefahndet werden. Ebenfalls am Montagabend haben die Eltern der getöteten Iuliana Gedenkkerzen am Tatort niedergelegt. Von Weinkrämpfen geschüttelt brach die Mutter auf der Wiese zusammen.

Ein Obdachloser hatte den Eltern zuvor die Stelle auf einer Wiese gezeigt, an der das Mädchen am Mittag schwer verletzt zusammengebrochen war. Der Mann hatte nach eigenen Angaben noch versucht, sie zu retten: „Ich habe die Wunden zugehalten“, sagte er.

(exfo)"

Originalauszug von:
https://www.express.de/duesseldorf/verdaechtiger-freigelassen-iuliana---15--niedergestochen---ihr-freund-ist-verschwunden-30601664"

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