Ich bin 21, sitze im Rollstuhl und werde beatmet und somit 24/7 in einer 1:1-Pflege betreut. Erst die vergangenen 48 Stunden ist wieder etwas passiert. Eine meiner Pflegekräfte ist wegen Krankheit ausgefallen und so musste eine andere meiner Pflegekräfte , die eigentlich Nachtdienst haben sollte, 48 Stunden durchhalten.

Sie ist immer gut zu mir, liebevoll, immer wenn ich wieder meine Panikattacken habe , streichelt und beruhigt sie mich. Sie kocht total lecker, wäscht mich, schminkt mich manchmal, kommt bei wichtigen Terminen freiwillig an freien Tagen . Sie darf nicht tief und fest schlafen, weil ich beatmet bin und tut alles, um mir ein tolles Leben zu ermöglichen, sie hat Mann und Kinder . Gerne würde sie mehr Zeit mit ihnen verbringen.

Und dann kommt ein dahergelaufener Mann, der sich Politiker nennen will, noch nie in der Pflege gearbeitet hat und glaub ernsthaft behaupten zu können, dass diese liebevollen Menschen noch mehr arbeiten sollen. Diese wundervollen Menschen, die sich schon jetzt kaputtschuften für ihre Patienten und Kollegen. Ich bbin shockiert und zornig. Und zur selben Zeit demütig und dankbar.

Danke an alle Pflegekräfte, die sich davon nicht beeindrucken lassen, die uns täglich retten, pflegen und unser Leben schöner machen. Ohne euch wäre dieses Land, diese kranke Welt verloren. 



— Dies ist eine Stellungnahme von Kimberley George (Link zu ihrem Profil bei facebook)

 

kimberly





Die Aussagen des Politikers Jens Spahn hatten in letzer Zeit mehrmals für Aufsehen gesorgt. So verärgerte er mit folgender Aussage Pflegefachkräfte und natürlich auch Gepflege:

"Wenn von einer Million Pflegekräften 100.00 nur drei, vier Stunden mehr pro Woche arbeiten würden, wäre schon viel gewonnen." 

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminsters für die CDU am 20.09.2018

 

“Außerdem haben viele Beschäftigte in Heimen und ambulanten Diensten ihre Stundenzahl reduziert, sodass wir auch ein Auge auf die Arbeitsbedingungen werfen müssen. Wenn von einer Million Pflegekräften 100.000 nur drei, vier Stunden mehr pro Woche arbeiten würden, wäre schon viel gewonnen. (...) Vieles ist auch eine Frage der Organisation: faire Schichtpläne, verlässliche Arbeitszeiten, auch mal drei, vier freie Tage am Stück. Derzeit ist die Pflege der am wenigsten planbare Beruf, den es gibt. Die meisten Menschen, die in der Pflege arbeiten, arbeiten dort gerne, sie schöpfen viel Kraft aus ihrem Beruf, hadern aber mit den Umständen, die er mit sich bringt. Deshalb müssen wir auch an den Rahmenbedingungen arbeiten.”

 

Nach vielen Reaktionen twitterte er zur Richtigstellung:
"Bitte sachlich bleiben: Ich will die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften verbessern. Und habe nie gesagt, dass sie einfach mal ein paar Stunden mehr arbeiten sollen. Hier mein ganzes Statement: pic.twitter.com/4kJ68ZvuUu  "

Jens Spahn (@jensspahn) 20. September 2018

 

Haben auch Sie ein Statement dazu?
Schreiben Sie uns, wenn Sie gern ihren Namen hier sehen würden, auch gern mit Ihrem Namen und Ihrer Vorgeschichte, auch gern ausführlich. Oder kommentieren Sie hier unter dem Beitrag.

 

spahn zitat

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Statistik

Aktuell sind 228 Gäste und keine Mitglieder online

Benutzer
627
Beiträge
89
Anzahl Beitragshäufigkeit
1335838

Anzeigen

Diese Seite ist komplett kostenlos, daher sehen Sie hier eine Anzeige
Möchten Sie uns unterstützen können Sie gern mit Sachspenden helfen.