Ein junges Leben, brutal beendet im Kurpark von Bad Oeynhausen
Die Tat im Kurpark
In den frühen Morgenstunden des 23. Juni 2024 verließ Philippos mit einem Freund ein Lokal im Kurpark, als sie auf eine Gruppe junger Männer trafen. Unter diesen befand sich der 18-jährige Syrer Mwafak Al S., der seit 2016 als Flüchtling in Deutschland lebt. Es kam zu einem plötzlichen Angriff, bei dem der Hauptverdächtige Philippos aus der Gruppe zog, niederschlug und mehrfach gegen Kopf und Körper trat, obwohl das Opfer bereits am Boden lag und bereits Verletzungen zeigte. Während der Tat wurde auch die Tasche von Philippos geraubt. Zeugen alarmierten die Polizei, doch die Täter entkamen zunächst.
Philippos wurde mit schweren Hirnverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er zwei Tage später verstarb. Sein Begleiter erlitt ebenfalls Verletzungen, konnte aber überleben.
Der Täter und das Gerichtsurteil
Der Haupttäter, der 18-jährige Syrer Mwafak Al S., wurde wenige Tage nach der Tat in seiner Wohnung festgenommen. Das Landgericht Bielefeld verurteilte ihn im Mai 2025 wegen Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Raubes mit Todesfolge zu einer Jugendstrafe von neun Jahren. Das Gericht stellte eindeutig fest, dass der Angeklagte die Tat bewusst und mit erheblicher Gewalt ausführte und damit den Tod des Opfers billigend in Kauf nahm.
Die Strafkammer berücksichtigte unter anderem Videobeweise, die das Tatgeschehen dokumentierten, sowie Zeugenaussagen. Der Täter zeigte während des Prozesses äußerlich wenig Reue. Die Verteidigung hatte eine mildere Strafe beantragt, wurde jedoch abgewiesen.
Die Angehörigen und das Gedenken
Die Familie von Philippos Tsanis trauert tief um ihren Sohn und Bruder. Die Beisetzung fand etwa drei Wochen nach der Tat in Porta Westfalica statt und etwa 300 Menschen nahmen Abschied. Freunde, Nachbarn und die Schulgemeinschaft seiner Schwester sind ebenso betroffen und zeigen in vielfältiger Weise ihre Anteilnahme.
Die Familie verständigt sich noch heute auf gegenseitigen Halt in dieser schweren Zeit. Das öffentliche Gedenken wird von lokalen Veranstaltungen und Kerzenlichtern begleitet, um das Andenken an Philippos lebendig zu halten.
Reaktionen aus Politik und Medien
Der tragische Vorfall sorgte für eine bundesweite Debatte über Gewalt unter Jugendlichen, Zuwanderung sowie Sicherheitsmaßnahmen in öffentlichen Räumen. Politiker verschiedener Parteien äußerten Mitgefühl und betonten die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen gegen Jugendgewalt.
Medien berichteten ausführlich über den Fall, wobei die Berichterstattung die familiäre Tragödie und die juristischen Konsequenzen gleichermaßen beleuchtete.
