Tathergang und Opfer
Am Freitag, dem 10. Oktober 2025, verließ der achtjährige Fabian gegen Mittag die Wohnung seiner Mutter Dorina L. in Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern, mit deren Erlaubnis. Als er zur vereinbarten Zeit am Abend nicht nach Hause zurückkehrte, versuchte seine Mutter zunächst selbst, ihn ausfindig zu machen. Gegen 20:30 Uhr meldete sie ihren Sohn schließlich als vermisst.
Fabian lebte bei seiner Mutter in einem Mehrfamilienhaus in Güstrow. Sein Vater Matthias Röhrbein wohnte etwa 15 Kilometer südlich in der Nähe der Gemeinde Zehna. Die Eltern waren getrennt, pflegten aber ein gutes Verhältnis. Fabian verbrachte regelmäßig Wochenenden bei seinem Vater.
Am Donnerstag, dem 9. Oktober, hatte die Mutter Fabian vorzeitig aus der Schule abgeholt, weil er starkes Nasenbluten hatte – etwas, das bei ihm häufiger vorkam. Am Freitag blieb er aus diesem Grund zu Hause, während seine Mutter zur Arbeit ging. Es wird vermutet, dass Fabian sich auf den Weg zu seinem Vater machen wollte, dort aber nie ankam.
Das Opfer: Wer war Fabian?
†Fabian (8 Jahre)
Fabian wird von seiner Familie als vorsichtiger, zuverlässiger und liebevoller Junge beschrieben. Er war kein „Dauerausreißer“, wie die Polizei betonte – im Gegenteil: Er fragte immer erst, bevor er etwas tat. Seine Mutter sagte über ihn: „Er würde niemals ohne Handy aus dem Haus gehen“. Tatsächlich hatte Fabian sein Mobiltelefon an jenem Freitag zu Hause gelassen.
Der Achtjährige war etwa 1,44 Meter groß, etwas mollig, hatte kurze blonde Haare und blaue Augen. An dem Tag trug er vermutlich blaue Sportschuhe mit der Aufschrift „Fashion Sport“. Aus der Schule war bekannt, dass Fabian dort Probleme hatte. Die Polizei gab an: „Er soll Probleme in der Schule gehabt haben.“ Ob es sich dabei um Mobbing handelte, blieb unklar.
Die verzweifelte Suche
Sofort nach der Vermisstenmeldung startete die Polizei eine großangelegte Suchaktion. Über 100 Einsatzkräfte der Landespolizei, Feuerwehrleute, Rettungshundestaffeln mit mehr als zehn Hunden, ein Polizeihubschrauber und Drohnen mit Wärmebildkameras waren im Einsatz.
Die Suche konzentrierte sich zunächst auf verschiedene Bereiche: Wälder bei Groß Breesen und Zehna, leerstehende Häuser, Industriebrachen, Gewässer, eine Mülldeponie, das Schulgelände und sogar Container im Gewerbegebiet Priemer wurden durchkämmt. Am Samstag und Sonntag gingen Einsatzkräfte von Tür zu Tür und befragten Anwohner.
Zwei Fährtenhunde verfolgten zunächst eine Spur bis zum Zentralen Omnibusbahnhof in Güstrow, wo sie sich verlor. Eine weitere Spur führte zu einer Bushaltestelle in der Nähe von Zehna, nahe dem Wohnort des Vaters. Auch dort schlug ein Hund an, die Fährte verlor sich jedoch im angrenzenden Wald.
Die Polizei richtete ein Bürgertelefon unter der Nummer 0800 597 7268 ein und bat die Bevölkerung eindringlich um Hinweise. Gleichzeitig appellierte sie an Privatpersonen, keine eigenen Suchaktionen zu starten, um Spuren nicht zu verwischen.
Emotionale Videobotschaft der Mutter
Am Montag, dem 13. Oktober, wandte sich Fabians Mutter Dorina L. in einer herzzerreißenden Videobotschaft an ihren Sohn. Unter Tränen sagte sie: „Fabian, komm bitte nach Hause zu Mama! Mama möchte nur, dass du nach Hause kommst. Mama möchte dich wieder in den Arm nehmen und mit dir kuscheln. Bitte komm nach Hause, dir ist keiner böse. Komm einfach nach Hause…“
Die Aufnahme musste nach 18 Sekunden abgebrochen werden – Dorina L. hatte keine Kraft mehr. Eine Freundin stand ihr in diesem Moment bei.
Auch Fabians Vater Matthias Röhrbein äußerte sich verzweifelt. Im Interview mit RTL sagte er: „Das Schlimmste ist diese Ungewissheit. Wie geht es ihm? Ist da vielleicht doch noch was viel Schlimmeres passiert? Ich komme überhaupt nicht zur Ruhe, fühle mich hilflos, verlassen. Nachts gehe ich schon gar nicht mehr ins Bett, bleibe auf der Couch sitzen, in der Hoffnung, dass jede Sekunde mein Sohn durch die Tür kommt. Die Hoffnung stirbt bei mir zum Schluss, wenn ich ein Ergebnis habe.“
Dramatische Wendung am Montag
Am Montagabend, dem 13. Oktober, schlugen insgesamt vier bis fünf Leichenspürhunde unabhängig voneinander an einer Stelle am Inselsee im Stadtrand von Güstrow an. Das Gebiet wurde noch im letzten Tageslicht mit einer Drohne überflogen – ohne Ergebnis. Die Polizei plante für den Dienstagmorgen eine Tauchaktion, bei der Taucher der Berufsfeuerwehr Rostock den Uferbereich und das etwa ein bis eineinhalb Meter tiefe Wasser am Schilfgürtel durchsuchen sollten.
Ein Polizeisprecher erklärte damals: „Aus menschlicher Sicht würde ich mir wünschen, dass die Hunde vollkommen danebenliegen. Ehrlicherweise muss man davon ausgehen, dass wir hier in irgendeiner Form einen Gegenstand vorfinden werden, der Verwesung gleichkommt – das, auf was die Hunde trainiert sind.“
Der Fund der Leiche
Am Dienstagvormittag, dem 14. Oktober 2025, gegen 11 Uhr, meldete sich ein Spaziergänger bei der Polizei. Er hatte in einem Waldstück nahe Klein Upahl, etwa 15 Kilometer vom Wohnhaus in Güstrow entfernt, eine Kinderleiche entdeckt. Der Fundort lag in der Nähe des Wohnorts von Fabians Vater – ein Gebiet, das die Polizei bereits am Wochenende abgesucht und ergebnislos wieder verlassen hatte.
Die Polizei sperrte den Fundort weiträumig ab. Nach jetzigem Stand handelt es sich bei der Leiche um den vermissten Fabian, allerdings müsse eine rechtsmedizinische Untersuchung für letzte Gewissheit sorgen. Die Ostseewelle berichtete zunächst, dass die Kinderleiche verbrannt sei – eine Information, die ein Polizeisprecher zunächst weder bestätigen noch dementieren konnte.
Ermittlungen: Polizei geht von Gewaltverbrechen aus
„Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist von einem Fremdverschulden auszugehen“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Rostock gemeinsam mit. Die Kriminalpolizeiinspektion Rostock übernahm die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft.
Die Mutter des Vermissten wurde über den Fund informiert und wird durch speziell geschultes medizinisches Personal betreut. Weitere Angaben zum Stand der Ermittlungen, zur Art des im Raum stehenden Verbrechens oder zu etwaigen Tatverdächtigen machten die Behörden zunächst nicht.
Am Dienstagnachmittag war ein Rechtsmediziner vor Ort, um den Tatort zu untersuchen. Derzeit laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Ein Tatverdächtiger wurde bislang nicht öffentlich benannt.
Reaktionen aus der Politik
Güstrows Bürgermeister Sascha Zimmermann (FDP) zeigte sich tief betroffen. „Nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Mensch und als Vater“, sagte er. Er selbst habe zwei ältere Söhne und möge sich „gar nicht vorstellen, wie schrecklich die Situation ist“, betonte er mit Blick auf die Eltern des Vermissten. Zimmermann appellierte an Eltern, mit ihren Kindern zu sprechen, wenn diese etwas von dem Fall mitbekommen hätten. Die Stadt Güstrow kümmerte sich auch um professionelle Unterstützung für den städtischen Hort, den Fabian noch bis zum Sommer besucht hatte.
Das Bildungsministerium stellte Schulpsychologen für Kinder und Lehrkräfte an Fabians Grundschule bereit. Die Schule wurde am Wochenende ebenfalls mit Rettungshunden durchsucht.
Konkrete Stellungnahmen von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig oder dem Landesinnenminister lagen zum Zeitpunkt des Leichenfunds noch nicht vor.
Reaktionen der Bevölkerung
Die Anteilnahme in Güstrow und Umgebung war enorm. Zahlreiche Menschen beteiligten sich an den Suchaktionen, teilten Vermisstenmeldungen in sozialen Medien und stellten Blumen vor das Wohnhaus der Familie auf. Private Suchplakate wurden in der Stadt aufgehängt.
Die Polizei erhielt über das eingerichtete Bürgertelefon zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung. Die Gemeinde war in tiefer Sorge – besonders, da die Temperaturen in den Nächten auf bis zu sieben Grad sanken.
Unser Trauerspruch für den kleinen Fabian
„Deine Augen leuchten nicht mehr, doch dein Licht bleibt für immer im Herzen. Du warst ein Geschenk, das viel zu früh genommen wurde. Deine Liebsten werden dich nie vergessen, kleiner Fabian.“
Anteilnahme und Angebot der Redaktion
Unser tiefstes Mitgefühl gilt Fabians Mutter Dorina, seinem Vater Matthias, sowie allen Angehörigen, Freunden und Mitschülern, die durch diesen unfassbaren Verlust leiden müssen. Wenn Sie als Familie oder Freunde möchten, dass in diesem Artikel mehr persönliche Worte über Fabian erscheinen, Erinnerungen geteilt werden oder Fotos von ihm gezeigt werden, dürfen Sie sich jederzeit vertrauensvoll an unsere Redaktion wenden. Wir möchten, dass Fabian in liebevoller Erinnerung bleibt – mit all dem Guten, das er in die Welt gebracht hat, und mit der Würde, die ihm zusteht.
Erinnerung und Mahnung
Fabian war kein Name in einer Statistik. Er war ein achtjähriger Junge mit Träumen, einem liebevollen Herzen und einer Familie, die ihn über alles liebte. Sein gewaltsamer Tod steht für ein tiefes gesellschaftliches Versagen – für die Verantwortung, Kinder zu schützen, hinzusehen und aus Fehlern zu lernen.
Die Ermittlungen müssen nun lückenlos aufklären, wer für Fabians Tod verantwortlich ist und wie es dazu kommen konnte. Wir dürfen nicht zulassen, dass Kinder einfach verschwinden – und dass ihre Geschichten in Vergessenheit geraten.
Fabians Name soll nicht vergessen werden. Er soll für all die Kinder stehen, deren Leben viel zu früh und viel zu grausam beendet wurde.
Quellen
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/achtjaehriger-fabian-aus-guestrow-tot-polizei-vermutet-gewalttat,UzbPkMl
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/kinderleiche-im-wald-bei-guestrow-verbrechen-an-fabian-vermutet,vermissterjunge-102.html
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/vermisster-junge-aus-guestrow-taucher-suchen-ufer-des-inselsees-ab,vermissterjunge-100.html
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/menschen-schicksale/id_100955506/fabian-seit-tagen-vermisst-kinderleiche-bei-suche-in-guestrow-entdeckt.html
https://www.welt.de/vermischtes/article68ee2e1b0a0257c8ba896d20/achtjaehriger-fabian-seit-tagen-vermisst-polizei-findet-kinderleiche.html
https://www.rtl.de/news/vater-von-vermisstem-fabian-8-aus-guestrow-ich-will-nur-dass-er-wieder-durch-die-tuer-kommt-id6796140.html
https://www.bild.de/regional/mecklenburg-vorpommern/vermisster-fabian-8-bewegende-video-botschaft-der-mutter-68ebec31a8e30f1a0fa2f11e
https://www.spiegel.de/panorama/guestrow-vermisster-achtjaehriger-polizei-entdeckt-kinderleiche-a-51c7826b-16ee-4b2d-ba92-fd840862d096
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/achtjahriger-fabian-seit-freitagabend-vermisst-einsatzkrafte-finden-kinderleiche-in-einem-waldstuck-bei-gustrow-14547056.html
https://www.rtl.de/news/mecklenburg-vorpommern-vermisster-fabian-8-aus-guestrow-ist-tot-einsatzkraefte-finden-seine-leiche-id6797004.html
Wenn Kinder sterben ist das eine Tragödie. Wenn Kinder durch Fremdverschulden aus dem Leben gerissen werden dann geht dies uns alle etwas an. Kinder sind das wertvollste auf der Welt, unsere Zukunft und dieser Fall ist nicht allein Privatangelegenheit der Familie. Tut alles um die Täterin hart zu bestrafen. Kümmert euch um die Jugendämter dieses Landes! Es gibt viel zu tun.
Ruhe in Frieden kleiner Fabian.
kleiner Fabian…deine Geschichte hat mich bis ins Mark erschüttert….obwohl ich dich nicht kannte….warum musste dein junges Leben soooo grausam enden und wer hat dir das angetan?
was ist an dem besagten Tag wirklich passiert…und soviele Fragen nach dem
WARUM????
ich hoffe du bist jetzt an einem schöneren Ort …und spielst mit all den anderen Sternenkindern die viel zu früh gehen mussten
Grüss mir dort oben meine geliebte
Mama…..auch sie ging dieses Jahr ins Licht